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Tiefenschärfe: Wie Street Photography meine Studio-Portraits verändert

Was ich auf der Straße sehe, verändert, wie ich Menschen im Studio sehe.

In den letzte Wochen der Sommerferien war ich häufiger unterwegs. Mit der Kamera, aber ohne große Pläne. Nur mit der selbst gestellten Aufgabe, zu sehen. Dann kam der vergangene Samstag: Fotowalk mit dem Street Collective Kiel.

Das klingt irgendwie nach Hobby und nach Freizeit-Fotografie. Aber für mich eher das Gegenteil.

Es ist Training für mein eigentliches Handwerk: Business-Portraits.

Unterschied zwischen Sehen und Schauen

Auf der Straße passiert nichts „für mich“. Menschen gehen vorbei. Sie sind in ihrem Moment. Nicht für die Kamera und auch nicht für mich.

Das zwingt mich – oder gibt mir die Mäglichkeit, den ungestellten Moment zu erkennen. Die Sekunde, in der jemand wirklich bei sich ist. Nicht posierend. Nicht bewusst. Echt.

Beim Fotowalk mit dem Street Collective wurde mir das wieder klar. Wir standen alle mit unseren Kameras herum 10, 12 Menschen, ohne zu konkurrieren. Wir „trainieren“ zusammen.

Und der größte Lerneffekt: zu sehen, wie andere sehen. Welchen Moment jemand anders wählt. Welche Geste, welche Spannung, welche Stille.

Was mich Street Photography lehrt

Sie lehrt mich, schnell zu sein. Mit dem Auge und der Kamera.

Sie lehrt mich, Augenblicke zu erkennen, die zwei Sekunden später vorbei sind. Das Licht, das gerade richtig fällt. Der Ausdruck, der just passiert. Die Spannung zwischen Menschen, die nur eine gefühlte Millisekunde hält.

Im Studio passiert das nicht. Im Studio stelle ich die Menschen auf. Aber wenn ich auf der Straße trainiert habe, schnell zu sehen, dann erkenne ich im Studio auch die Momente, die passieren, meist zwischen den Posen. In der Übergangszeit. Wenn der Mensch sich einmal kurz entspannt.

Das ist der Moment, den ich festhalten will.

Der ungestellte Moment im Studio

Hier ist das Paradoxe: Der beste Studio-Moment ist eigentlich derjenige, der nicht inszeniert wirkt.

Das ist schwer zu erreichen, wenn ich nur im Studio arbeite. Dann passiert manchmal Folgendes: Ich arrangiere, der Mensch posiert. Das Foto wirkt arrangiert.

Aber wenn ich Stunden auf der Straße damit verbringe, echte Momente zu erkennen, ändert sich mein Blick. Im Studio sehe ich auf einmal anders, warte anders. Erkenne den Moment, in dem die Person aus der Pose in die Präsenz wechselt.

Das ist der Unterschied zwischen einem Foto, das wie ein Foto aussieht und einem Foto, das wie eine Präsenz aussieht.

Vom Fotowalk zum Headshot

Der Samstag mit dem Street Collective war lehrreich für genau das. Nicht weil wir große Künstler sind, sondern weil wir gemeinsam trainieren, zu sehen!

Und diese geschärften Augen nehme ich mit ins Studio.

Wenn ich einen Headshot mache, bin ich nicht mehr nur der Typ mit Kamera. Ich bin jemand, der auf der Straße 100 echte Momente fotografiert hat. Der weiß, wie ein Moment aussieht, bevor er inszeniert wird.

Das ist Tiefenschärfe im eigentlichen Sinne: nicht technisch. Sondern mental.

Was das für dich bedeutet

Wenn du auf der Suche nach echten Portraits bist – nicht nach gestellt wirkenden Bildern – dann brauchst du einen Fotografen, der beide Welten kennt.

Der Street Photography versteht. Und der weiß, wie man diesen ungestellten Moment auch im Studio findet.

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