Fuji X-T1 mit Minolta Rokkor 40mm/f2
Kommentare 0

Das Vierziger

In den vergangenen beiden Posts hatte ich das Rokkor 40mm ja bereits expliziter erwähnt, und wenn ich weiter zurückschaue, war es auch schon vor einigen Monaten das Objektiv der Wahl, wenn es um Leichtig- und Vielseitigkeit ging. Ein Zeichen dafür, dass es zu einem meiner Lieblingsobjektive avanciert, und deshalb will ich es an dieser Stelle einmal ausführlicher vorstellen. (Ein kleiner geschichtlicher Abriss über die Linse ist z.B. hier zu finden.)

Außenaufnahme bei Blende 5,6

Außenaufnahme bei Blende 5,6

Ich hatte es mir vor einigen Jahren als praktikableren Ersatz für das Leitz Summicron 50mm/f2 „mit Brille“ besorgt, mit welchem ich nicht zurechtkam. Allerdings war das Vierziger auf der Leica M4P auch eher gewöhnungsbedürftig, da im Messsucher kein richtig passender Sucherrahmen eingeblendet wird.
Mit der Fuji X-T1 und dem dazu gehörigen Adapter (M-Mount auf X-Mount – ich benutze den teuren von Novoflex, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch ein Billo-Teil tut) war dieser Umstand passé. In Kombination mit dem kleinen Packmaß der X-T1 ist es ideal zum leichten Reisen, absolut unauffällig (besonders zusammen mit dem elektronischen Auslöser), klein und leicht, wenn auch kein Pancake-Objektiv. Es eignet sich sowohl als Reportage- als auch als Porträtobjektiv (und alle weiteren Einsatzzwecke, die eine Standardoptik halt so hat), und es ist relativ lichtstark.

Indoor-Aufnahme bei Blende 2,8

Indoor-Aufnahme bei Blende 2,8

Neben dem ganzen Lob muss ich aber auch auf die Schattenseiten bzw. Fallstricke verweisen. Es dauerte eine kleine Weile, bis ich mich z.B. an die Position des Blendenringes ganz vorne am Objektiv gewöhnt hatte, genauso wie an den Scharstellring, der sich über einen kleinen geriffelten „Griff“ bzw. Anfasser bedienen lässt. Alle Entfernungsbereiche sind innerhalb einer ca. drittel Umdrehung erreichbar, was einerseits praktisch und schnell ist, jedoch die Gefahr birgt, dass man die Schärfe verreißt, wenn man nicht genügend Sorgfalt walten lässt bzw. mit zu großer Blende arbeitet.

Einsatz als Reportage-Objektiv

Einsatz als Reportage-Objektiv

Focus Peaking im Dual Split View ist hier meine momentan favorisierte Kombination, aber da hat vermutlich jeder (manuell fokussierende) Fuji-X-User seine eigene Arbeitsweise. Ein weiterer Nachteil ist die Naheinstellgrenze von 80cm. Sehr formatfüllende Kopfporträts sind so also nicht möglich. Allerdings würde ich das auch nicht unbedingt machen wollen. Bei dieser Brennweite werden Porträts im Nahbereich schnell unvorteilhaft und verzeichnet (Dann lieber gleich zum Weitwinkel greifen, wenn Überzeichnungen gewollt sind).
Für mich hat sich bei Porträts das Fotografieren bei Blende 5,6 bewährt. Das lässt das Motiv vor dem Hintergrund einigermaßen frei stehen, und der Kontext bleibt sichtbar. „Environmental Portrait“, sozusagen.

Demnächst wird hier ein weiterer Bericht zu einem weiteren alten Minolta-Objektiv erscheinen, aber einem ganz anderen, dem MC 58mm/f1,4.

Fazit:

  • f2-16
  • 40mm / 60mm auf APS-C
  • manueller Fokus
  • Standardbrennweite
  • All-Purpose-Lens
  • Einsatz für Porträts: am ehesten für Environmentals mit Kontext

Pros:

  • leicht und klein
  • lichtstark
  • unauffällig/ unaufdringlich

Kons:

  • Naheinstellgrenze 80cm
  • kleinste Blende f16
  • sehr genaues Arbeiten nötig, was jedoch nach einiger Zeit in Fleisch und Blut übergeht

Soviel also zum 40mm-Rokkor von Minolta. Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit einer manuellen Standard-Optik an eurer Kamera gemacht? Oder auch ganz andere? Dann hinterlasst gerne einen Kommentar!

Kommentar verfassen