Waldwesen (Analog)
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Waldwesen II (auf Film)

Parallel zu den digitalen Aufnahmen zum vergangenen Waldwesen-Experiment haben Kara und ich auch noch die alten Nikons ausgepackt und mit fast ebenso altem Film bestückt. Naja, ganz so alt waren die Filme nicht, aber ein paar Jahre lagen die schon bei mir herum.

Waldwesen (Analog)

Foto: Tilman

Kara hatte die Nikon FE mit dem schönen Nikkor 135mm/ f2,8 in den Händen, ich meine alte Nikon F3 mit dem 50mm/ f1,4. Letztere besitze ich tatsächlich seit über 20 Jahren. Und ich werde mich nicht von ihr trennen, auch wenn ich schonmal mit dem Gedanken gespielt hatte.

Waldwesen (Analog)

Foto: Kara Michelle

Der zweite Teil lief also oldschool-analog, selbst der Belichtungsmesser brauchte keine Batterien: Der gute alte Sekonic L-398A machte seinen Job.

Waldwesen (Analog)

Foto: Tilman

Waldwesen (Analog)

Foto: Kara Michelle

Abgesehen davon, dass Fotografie auf Film etwas gemächlicher ist, sieht man den Bildern an, dass sie nicht digital entstanden sind. Klar, ich habe sie gescannt – das, was du hier siehst, sind Scans von den 10×15-Standard-Prints – und im Postprocessing noch ganz leicht am Kontrast gedreht. Ansonsten sind sie so aus dem Labor gekommen, wie sie hier zu sehen sind.

Waldwesen (Analog)

Foto: Tilman

Waldwesen (Analog)

Foto: Tilman

Immer wieder überlege ich, ob es nicht eigentlich irrelevant ist, ob Bilder nun analog oder digital gemacht werden. Und ganz ehrlich bin ich da noch zu keinem richtigen Ergebnis gekommen. Anhand dieser Bilder kann ich sagen, dass mir solche Dinge wie knackige Schärfe ziemlich gleich sind. Bei digitalen Aufnahmen wäre mir das vielleicht nicht egal. Ich mag den Gesamteindruck sehr, auch wenn oder weil die Filme bereits seit Jahren abgelaufen waren. Aber vielleicht ist es auch Zufall, und die Farbgebung passt ganz einfach zu dem Wald-Thema.

Waldwesen (Analog)

Foto: Kara Michelle

Waldwesen (Analog)

Foto: Kara Michelle

Jedenfalls: Farbfilme zu belichten, zum Labor bringen und einige Tage zu warten, bis sie fertig sind – ohne zu wissen, ob sie überhaupt „etwas geworden“ sind: Das hat etwas ganz eigenes. Es kribbelt anders.

Hier geht es zum ersten, „digitalen“ Teil des Waldwesen-Experiments.

6 Kommentare

  1. Ich hab auch Bock auf Film, im Moment mehr auf Schwarz-Weiß, weil ich den selber entwickeln kann.
    Farbe kommt bestimmt auch mal, aber man soll sich ja nicht verzetteln.

    Eine sehr coole Serie, die ihr Drei hier abliefert, Respekt.

    Ich denke, für den Betrachter ist es irrelevant, wie das Bild entstanden ist. Ob es auf Film entstanden ist oder Digital mit einer halben Stunde Regler-Gezuppel in der Nachbearbeitung, das sieht man manchmal gar nicht.
    Für dich ist es das nicht… und ich denke, das ist der entscheidende Punkt dabei. Du weist, wie das Bild entstanden ist und das macht es für dich zu etwas Besonderem. Und irgendwie spürt es der Betrachter dann doch.
    Gruß
    Michael

    • Tilman

      Es passte einfach gut zusammen, denn ich hatte bzw. habe noch ein paar alte Kodacolor 200 bei mir herumliegen. Insofern hatten wir beide den gleichen Film, gleiche Blenden-/ Zeitwerte, nur unterschiedliche Nikkore an den SLRs. Das machte es sozusagen noch reizvoller. Und das schöne ist, dass man den Film einfach entwickeln lässt und das ganze mit den Prnts zurückbekommt. Etwas bequem, aber einen Versuch wert.

      Den Betrachter kümmert das vermutlich nicht, da hast du wohl Recht ;-). Momentan bin ich jedenfalls auf dem Trip, dass, wenn ich einen analogen Look möchte, ich lieber gleich auf Film setze, als mich mit Presets oder Reglergefummel auseinanderzusetzen…

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