New York Streetphotography 1992
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New York City, 1992

Das ist nun schon ein Weilchen her, und ich hatte ganz vergessen, dass ich einen Karton mit alten Dias u.a. aus New York im Keller stehen hatte. Damals war ich zusammen mit 3 Freunden für 3 Wochen in den USA. Im Rückblick ein Roadmovie, das mich nachhaltig beeindruckt hat.

Die erste Station sollte uns nach New York führen, 3 Tage und 2 Nächte, die uns wie ein seltsamer Traum vorkamen. Viele Bilder sind aus dem fahrenden Taxi entstanden. Aber wir trieben uns auch in Hinterhöfen herum, z.B. hinter dem legendären ABC No Rio, in dem wir an einem Abend mit drei anderen Bands Musik machen durften. Unvergesslich.

Auch vor 9/11 herrschte auf den Flughäfen paranoide Stimmung. Ich erinnere mich an Schilder, dass man keine Witze über Bomben machen sollte, an peinliche Befragungen, was man den hier wollen würde, zu wem man reist und warum und so weiter. Insgesamt vermittelte uns die Einreise ein Gefühl von „not welcome“.

Analoger Minimalismus

Für die 3 Wochen hatte ich 8 Diafilme à 36 Aufnahmen dabei, eine Canon A-1 mit einem FD 50mm f/1,4. Und interessanterweise habe ich nicht einen Moment ein Tele oder ein Weitwinkelobjektiv vermisst. Auch hatte ich nciht das Gefühl, zuwenig Filmmaterial dabei zu haben. „Leicht reisen“ war die Devise, und von den 288 gemachten Bildern habe ich knapp 250 behalten.

Ich denke, dass es diese 3-wöchige Erfahrung war, die mich auch jetzt noch zum Liebhaber des 50mm-Standardobjektiv hat werden lassen. Die Beschränkung auf das Wesentliche und das Gefühl, mit dieser einen Optik alles machen zu können – vom Portrait bis zur Landschaftsaufnahme. Und die Überlegung vor fast jeder Aufnahme, ob es sich jetzt wirklich lohnt, auf den Auslöser zu drücken. Wobei mir 8 36er-Filme damals schon wie ein ziemlicher Overkill erschienen, muss ich dazu sagen.

Würde ich heute eine ähnliche Reise machen, hätte ich vielleicht noch ein Weitwinkel dabei. Ganz sicher jedoch würde ich mit der 10-fachen Menge an Bildern nachhause kommen.

Dafür, dass die Dias nun 25 Jahre alt sind und nicht gerade pfleglich gelagert wurden, sind sie in einem recht guten Zustand. Gescannt habe ich sie mit dem Canoscan. Für Webauflösung allemal ausreichend, und ich glaube, man könnte noch mehr herausholen (wenn man denn wollte).

7 Kommentare

  1. Overkill :-D
    das war damals so, ich kann mich gut erinnern. 36er Film hatte ich so gut wie nie, allein die Kosten für die Entwicklung der Bilder ließen mich zumeist beim 24er bleiben :-)
    und der verursachte beim Herzblatt meist schon Schnappatmung wenn ich stolz mit 25 oder gar 26 Bildern nach Haus kam *schmunzel….
    Meine Antwort: „Kuck mal 25 Bilder aus nem 24er Film kann auch nicht jeder, da muss man den ganz knapp einspannen. Im Fotoladen haben sie mich gelobt.“ :-D noch ein entwaffnender Frauenblick dazu und mein nächster Film zum Bildermachen war gerettet ;-)

    Vielen Dank fürs zeigen deiner Analogen Schätze :-)
    liebe Grüße
    Aurelia

    • Tilman

      Hey Aurelia,
      danke für deine Erfahrungen ;-). Ich hatte das „Glück“, in meiner Fotografenausbildung etwas günstiger an Filme zu kommen. Außerdem waren das teilweise abgelaufene Diafilme, die ich mitgenommen hatte. Insofern ein überschaubarer Kostenfaktor!
      Aber du hast insofern recht, dass man durch das knappe Einlegen der Filme durchaus ein, zwei Aufnahmen mehr machen konnte. Wusste damals auch nicht jede/r…
      Lieben Gruß
      Tilman

  2. Schicke Bilder, vor Allem bei dem Alter der Dias.
    Habe gerade eine ähnliche Erfahrung gemacht, was das Fotografieren mit nur einer Brennweite angeht. Mir gefiel es gut, nur mit leichtem Gepäck zu reisen.
    Jetzt brauche ich nur noch eine kleinere Speicherkarte…

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