Fotografie üben
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Fotografie üben. Eine Polemik.

Neulich bekam ich ein paar Programmhefte und -zeitschriften über das Fotofestival Zingst in die Hände. Selber war ich nicht da, und durchaus hätte mich der eine oder andere Vortrag interessiert (Für Spontane: Es läuft noch bis zum 05.06.2017). Natürlich ist das ganze auch eine Werbeveranstaltung, so fanden sich in den Blättern ganzseitige Anzeigen von Phase One, Hasselblad, Leica, Sigma uvm.

Ich frage mich, für wen diese Anzeigen eigentlich sind. Ja, ich weiß, es ist Werbung, und demenstsprechend ein Geschäft. Aber mal naiv gefragt – für wen? Derjenige, der die Phase One braucht, oder das neue Sigma Sport 500mm, weiß sowieso, was er braucht, und wo er es bekommen kann. Bleibt die andere Gruppe: Diejenigen, die so etwas nicht brauchen, aber deren Begehrlichkeiten geweckt werden können und sollen.

Die, die insgeheim längst wissen, dass sie keine besseren Bilder machen werden – denn dem Bild ist es egal, ob es auf einem MFT- oder einem Mittelformat-Sensor gemacht worden ist.

Mir ist klar, dass solche Anzeigen notwendig sind, und ich sehe sie ja selber auch nicht ungern. Natürlich mag ich ansprechendes Design und gute Produktfotografie gepaart mit Typografie und einem schicken Layout.

Eine kurze Anekdote möchte ich anbringen, die aber viel aussagt. Vor geraumer Zeit sprach ich mit einem Vater eines Kindergartenkollegen meines Sohnes. Er trug eine neue Kamera um den Hals und ich fragte, ob und wie happy er denn mit der D500 ist. Er wusste zunächst gar nicht was ich mit „D500“ meinte, ob ich auf sein Auto anspielen würde. „Ach so, die Kamera… Eigentlich habe ich ja gar keine Ahnung, aber die wurde mir empfohlen“. Oder so ähnlich, ich gebe das jetzt sinngemäß wieder.

Ich möchte das gar nicht werten, der Mensch ist sympathisch, aber das Beispiel zeigt das Dilemma. Auch die modernste Kamera wird dich nicht zu einem besseren Fotografen machen. Fotografie will geübt werden. Jeden Tag aufs Neue.

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