Portrait auf Mittelformatfilm
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Begegnung im Wald, Pt. II

Parallel bzw. im Anschluss an die digitalen Aufnahmen versuche ich immer auch, einen Schwarzweißfilm – vorzugsweise im Mittelformat – zu füllen. Zur letzten Session im Wald gibt es dementsprechend auch eine analoge Version.

Diesmal war es analoges Mittelformat, ebenfalls mit einem Standardobjektiv an der Bronica SQ-B. Die Arbeit mit einer solchen Kamera ist anders, man muss die Belichtung per Hand messen, ist langsamer, „entschleunigter“. Sie hat ein signifikantes Auslösegeräusch und der Film lässt sich mit einer Kurbel weiterdrehen. Und wenn man durch den Sucher schaut, ist alles seitenverkehrt.

Analoges Mittelformat: Stetiges Üben

Trotz dieser vermeintlichen Hemmnnisse macht die Arbeit mit einer Mittelformat-Kamera großen Spaß, auch wenn ich gar nicht sagen kann, warum eigentlich. Ein diffuses „Es fühlt sich anders an“. Der nächste Schritt wäre vermutlich das Großformat, das nur eine Aufnahme pro FIlm zulässt und ein noch genaueres Arbeiten erfordert.

Derzeit ist für mich das Fotografieren auf Mittelformat – parallel zum digitalen Fotografieren – jedoch kein Kompromiss, sondern eine schöne Übung. Eine Übung im Umgang mit der anderen Haptik, aber auch im Umgang mit dem begrenzten Material – 12 Aufnahmen pro Film – und dem gesamten Setting. Es fühlt sich ein wenig so an, als ob man sich nach der digitalen Pflicht mit einer analogen Kür belohnt.

Ein paar technische Details:

  • Zenza Bronica SQ-B mit Zenzanon 80mm f/2,8
  • Orangefilter, Verlängerungsfaktor 1,5
  • Aufnahme mit Offenblende
  • Film: Neopan Acros 100
  • Entwickelt in Ilford ID-11 Verdünnung 1+1
  • gescannt mit Canoscan 9000f Mk II
  • Weiterverarbeitung in Darktable

3 Kommentare

  1. Pingback: Begegnung im Wald · Tilman Köneke

  2. Ich merke schon den Umstieg von modernen Objektiven mit Autofokus auf die alten, „analogen“ Objektive.
    Das „Wegschalten“ des Autofokus nimmt der Fotografie schon einen deutlichen Teil der Hektik, man fotografiert langsamer, bewusster und meist auch weniger, weil man schon bei der Aufnahme besser im Gefühl hat, ob das Bild etwas geworden ist.
    Mittelformat muss da noch einmal ordentlich runterbremsen.
    Für mich zeigt der Weg auch immer mehr in diese Richtung.

    • Tilman

      Ja, da ist auf jeden Fall etwas dran. Ich fotografiere seit langem fast ausschließlich ohne Autofokus, was mich nicht gerade schneller macht. Manchmal vermisse ich das, aber denke mir dann wiederum, dass es vielleicht auch zu meiner Art zu fotografieren gehört. Wobei ich nicht ausschließen will, dass sich vielleicht doch nochmal ein Autofokus-Objektiv in meine Ausrüstung verirrt ;-). Mittelformat mit ca. 12 Aufnahmen pro Film ist tatsächlich auch nochmal ein ganz anderes Ding, vor allem, wenn du vorher eine Stunde lang digital 200-300 Bilder gemacht hast… Viele Grüße, Tilman

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